Bin ich eine Minimalistin?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder, seit ich vor 3 Monaten angefangen habe, mich intensiv mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigen. Bin ich eine Minimalistin? Oder kann ich eine werden? Dabei stelle ich mir vor, wie ich in einem Zen-mäßig eingerichteten – oder vielmehr leeren – Raum sitze und meditiere. Aber bin ich das wirklich? Wohin geht meine Reise des Ausmistens und Aufräumens?

Was bedeutet Minimalismus überhaupt?

Gibt man in Pinterest Minimalismus ein, sieht man sehr viele Bilder mit schlichten, hellen Räumen mit wenig Möbeln und einer Topfpflanze neben Anleitungen und Tipps zum Ausmisten. Für mich ist es aber soviel mehr, als nur meinen Kleiderschrank zu entrümpeln. Diese Definition von The Minimalists finde ich sehr gelungen:

Minimalism is a tool to rid yourself of life’s excess in favor of focusing on what’s important—so you can find happiness, fulfillment, and freedom.
https://www.theminimalists.com/minimalism/

Frei übersetzt: Minimalismus ist ein Hilfsmittel, um sich vom Übermaß des Lebens zu befreien und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Dadurch kann man Freude, Erfüllung und Freiheit finden.

Kein Wort davon, wieviel Dinge man behalten soll, dass die Wohnung schwarz-weiß eingerichtet sein muss oder man ein entbehrungsreiches Leben zu führen hat. Gerade das betonen die beiden Minimalisten auch immer wieder: es geht nicht um Entbehrungen, sondern um Freiheit.

Was bedeutet das für mich?

Ich werde bestimmt niemals jemand sein, der nur 100 Dinge besitzt. Dafür bedeuten mir meine Bücher zu viel und als Mixed Media-Künstlerin brauche ich auch einfach viele, viele unterschiedliche Materialien. Aber: es gibt Bereiche, in denen ich bereits recht minimalistisch bin, wie bei Kosmetik oder wo es einfach sein wird, minimalistisch zu werden, z.B. bei meiner Kleidung. Ich merke, wie ich seit 3 Monaten immer bewusster und weniger einkaufe. Wie ich immer mehr Dinge in die Spendenkiste oder Wegwerfkiste lege.
Würde ich alleine leben, hätte ich auch schon viel mehr ausgemistet, aber für meinen Göttergatten ist es schwieriger, sich von Dingen zu trennen, was ich natürlich respektiere. Aber wir finden Kompromisse und haben darüber intensive Gespräche, wie eben über die Bücher. Ich nutze Minimalismus als ein Werkzeug, dass sich meinem Leben anpasst und nicht als Ideal oder strenge Vorlage. Und dieses Werkzeug kann sich auch mal verändern und sich meinem Leben anpassen.

Und was bedeutet es für Dich?

Bist Du Minimalist? Kommst Du mit nur 50 Dingen aus oder brauchst Du ganz vieles um dich herum?